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Letzte Aktualisierung: 08.12.16


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Band 27: Hering, B. (2007): Symphänologie der Farben. Der Farbwandel von Pflanzengesellschaften und Landschaften. S. 403 - 416

Symphänologie der Farben – Der Farbwandel von Pflanzengesellschaften und Landschaften

Erste phänologische Farbbeobachtungsreihen wurden im NSG Heuckenlock an der Süderelbe bei Hamburg an Weichholzaue und Röhricht im direkten Vergleich der Landschaftsfarben mit standardisierten Farbmustern des NCS-Systems® unter Tageslichtbedingungen durchgeführt. Die Farbsequenzen von Weiden, Pappeln und Schilfröhricht zeigen im Jahresrhythmus eine sanfte Pendelbewegung des Bunttons. Die Farbigkeit der Landschaft wechselt von einem gelblichen Braun im Winter zum Blattgrün des Sommers. Sie durchschreitet den Gelbsektor des Farbkreises zweimal im Jahr: während des Ergrünens im Erstfrühlung (April) und während der Laubverfärbung im Vollherbst (Oktober). Die höchsten Farbsättigungen wurden Ende Mai/Anfang Juni und Ende Oktober beobachtet. Zu diesen Wandelzeiten treten auch die Farbaspekte mit dem größten Buntton-Umfang auf. Die Pendelbewegung wird an ihrem Maximum und Minimum (Hochsommer und Winter) langsamer und beschleunigt sich, wenn in Frühling und Herbst der Gelbbereich durchquert wird. WILMANNS (1999) bestätigend haben die vegetativen Vorgänge (Laubausbruch, Blattverfärbung und -fall) einen größeren Einfluss auf die Farbveränderungen als die generativen Prozesse (Blüte und Fruchtreife). Aus den Einzelelementen einer Landschaft lassen sich unter Berücksichtigung von Flächenanteil und Sättigung farbliche Summen einzelner Aspekte (Durchschnittsfarben der Aspekte) bilden. TÜXEN (1961) postulierte einer Harmonie naturnaher Systeme. Ihm folgend könnte die Sequenz der Aspektsummen als farbharmonische Grundtonfolge im Jahreslauf aufgefasst werden. Die Farbenphänologie erweitert Geobotanik und Pflanzensoziologie um neue Forschungsfelder. Unser wachsendes Wissen um dynamische Farbzusammenhänge in der Natur kann sich positiv auf die vom Menschen gestaltete Umwelt auswirken.


Symphenology of Colours – Colour changes of Plant associations and Landscapes

A series of phenological colour observations have been made in the Heuckenlock Nature Reserve on the River Süderelbe near Hamburg (northern Germany). The colour of the vegetation of a softwood forest and reed marsh were compared using standardized colour samples of the NCS system® under daylight conditions from 2003 to 2004. The colour sequences of willows, poplars and reeds all display a gentle pendulum movement in their hues. The colours of the landscape change in rhythm with the seasons from a yellowish brown in winter to the leaf-green of summer. They pass through the yellow sector of the colour circle twice a year: during green-up in early spring (April), and during the change in colours in autumn (October). In these times of change the colour aspects appear with the broadest range of hues. The pendulum movement slows down at its maxima and minima in high summer and winter and speeds up in early spring and high autumn. The highest saturations were found in late May/early June and at the end of October. In agreement with WILMANNS (1999), vegetative processes (leaf unfolding, autumnal colour change, and leaf fall) were found to influence the colour changes more than generative phenomena (blossoming and fruit ripening). Using their relative saturation and proportions, the colour elements of a landscape can averaged. TÜXEN (1961) postulated that natural systems are harmonic. Accordingly, we can understand the sequence of aspect sums as a sequence of its basic hues throughout the seasonal cycle. Colour phenology supplies geobotany and phytosociology with new fields of research. Our growing knowledge about dynamic colour relationships in nature can assist in improving the design of artificial environments.

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